VERANSTALTUNGEN

Diskussionsabend Deutschland vor der Wahl 2025

Berlin, den 30. Januar 2025

Am 30. Januar 2025 luden die Berliner Anwaltskanzlei George Rechtsanwälte und die Berliner Effektenbank zu einem Diskussionsabend unter dem Titel „Deutschland vor der Wahl“ in die Geschäftsräume in Halensee ein. Rund 80 Gäste folgten der Einladung und erlebten einen Abend voller anregender Debatten und fachkundiger Analysen zur bevorstehenden Bundestagswahl sowie zur wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands.

Nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Niels George eröffnete Herr Denis Raczynski, Bankdirektor und Mitglied des Anlageausschusses der Bank, den Abend mit einem Impulsvortrag. Statt eines klassischen Markt-Rück- und Ausblicks widmete er sich der Frage, warum der DAX trotz der wirtschaftlichen Rezession in Deutschland eine bemerkenswert positive Performance zeigen konnte. Dabei arbeitete er verschiedene politische Versäumnisse heraus, die die neue Bundesregierung dringend angehen sollte, um Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Besonders aufmerksam verfolgten die Gäste seinen Vergleich der deutschen Arbeitszeiten mit internationalen Standards – mit ernüchterndem Ergebnis: Deutschland belegt in diesem Bereich den letzten Platz.

Im Anschluss sprach Thomas Sigmund, Leiter des Ressorts Meinung beim Handelsblatt und zuvor über ein Jahrzehnt Politikchef der Zeitung. In seinem Vortrag skizzierte er die anstehende Wahl als einen entscheidenden Moment für die politische Zukunft des Landes. Er lenkte den Blick auf zentrale Herausforderungen wie den Klimawandel, soziale Ungleichheit und die Digitalisierung und betonte, dass Wählerinnen und Wähler eine klare Vorstellung von den Zukunftsplänen der Parteien benötigen. Dabei kritisierte er die oft oberflächlich geführten Wahlkampfdebatten, die zu wenig auf nachhaltige Lösungen eingehen.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war die zunehmende Fragmentierung der politischen Landschaft. Er verwies auf die Chancen, die eine größere Vielfalt mit sich bringt, warnte aber zugleich vor den Risiken für die Regierungsstabilität. Ein Erstarken extremer oder populistischer Parteien könnte politische Unsicherheit befeuern und langfristig zu Herausforderungen bei der Koalitionsbildung führen.

Zum Abschluß rief Thomas Sigmund die Gäste dazu auf, sich aktiv in den demokratischen Prozess einzubringen und die Glaubwürdigkeit und Handlungsfähigkeit der Parteien kritisch zu hinterfragen. Mit einer humorvollen Note präsentierte er sein „Wahldepot“: Er setzte ausgewählte Spitzenkandidaten mit Aktien gleich – von der vermeintlichen Volksaktie bis hin zur spekulativen High-Tech-Aktie, bei der noch unklar sei, ob sie Gewinn oder Verlust bringt.

Im Anschluss daran nutzten unsere Gäste die Gelegenheit, sich bei einem kulinarischen Empfang rege persönlich auszutauschen und die Diskussionen mit Gästen und Gastgebern fortzuführen und zu vertiefen.